- Schritt 1: Passt die Session zur Konferenz?
- Schritt 2: Session-Titel finden
- Schritt 3: Session-Beschreibung finden
- Schritt 4: Weitere Infos zur Session
Eine Session muss gleich doppelt überzeugen.
Einmal beim Organisationsteam der Konferenz. Das möchte ein stimmiges Programm, bei dem alle Teilnehmenden auf ihre Kosten kommen.
Zum anderen wären da noch die Teilnehmenden selbst, die Zeit und Geld in die Konferenz investieren und dafür im Gegenzug möglichst viel Neues mit nach Hause nehmen wollen.
Halbherzige Session-Beschreibungen haben da keinen Platz.
Schritt 1: Passt mein Session-Vorschlag zu den Vorgaben der Konferenz?
Manche Sessions sind inhaltlich top und schaffen es trotzdem nicht ins Programm der Konferenz.
Immer wieder müssen Programmkomitees Sessions mit einem interessanten Titel ablehnen, weil die Einreichenden Vorgaben nicht beachtet haben. Die veröffentlichen Veranstaltende meist zusammen mit ihrem Call for Sessions.
Viele Konferenzen haben hier klare Vorstellungen: Zeichenanzahl, Gliederung, thematische Einordnung.
Wer das ignoriert, fliegt direkt raus. Egal, wie interessant der Vorschlag ansonsten sein mag.
Enthält der Call for Sessions keine formalen Vorgaben, gibt es sie entweder nicht (unwahrscheinlich) oder sie verstecken sich irgendwo auf der Website (wahrscheinlich).
Kleiner Pro-Tipp für Veranstaltende: Eine übersichtlich strukturierte Konferenz-Website ist ein wirksames Mittel gegen fehlerhafte Session-Einreichungen.
Noch besser ist das direkte Feedback beim Einreichen einer Session. Beispiel: Wird das Zeichenlimit für den Session-Titel überschritten, erscheint eine Warnung. So merken Einreichende sofort, wenn etwas nicht passt.
Manche wünschen sich knappe, andere ausführliche Session-Beschreibungen. Auch beim Format der Session ist nicht immer alles möglich: Einige setzen auf klassische Vorträge und nichts anderes, andere bevorzugen Workshops, Panels oder kreativen Austausch.
Was als Session bei der einen Konferenz funktioniert, kann bei der nächsten komplett durchfallen.
Themen sind nur manchmal vorgegeben. Normalerweise gibt es ein großes – das der gesamten Konferenz – und einige Unterthemen. Ihr Session-Vorschlag muss sich da irgendwo einordnen.
Von vornherein chancenlos sind Session-Einreichungen, die zu spät eintreffen. Zögern Sie bei einer guten Idee also nicht zu lange.
Schritt 2: Einen Titel für die Session finden
Wer kommt zur Konferenz? Welches Publikum müssen Sie mit Ihrer Session überzeugen?
Natürlich entscheidet am Ende das Programmkomitee, ob Ihre Session dabei ist oder nicht. Aber es denkt dabei vor allem an das Publikum. Was bringt die größte Resonanz? Welche Beiträge lohnen sich für die Teilnehmenden?
Die kennen Sie ja zum Glück. Vielleicht nicht namentlich, aber vielleicht deshalb, weil sie sich beruflich im selben Umfeld wie Sie bewegen. Sie teilen Ihre Interessen, stehen vor den gleichen Herausforderungen und sprechen wahrscheinlich auch ähnlich wie Sie.
Allzu breit angelegte Themen sind da also eher nicht gefragt. Kratzen die Inhalte nur an der Oberfläche, liefern Sie für die anderen nichts Neues. Allgemeines ist nur dann hilfreich, wenn Sie ein Thema einführen, das noch viele nicht kennen. Denken Sie etwa an eine neue Software für bessere Zusammenarbeit, die Sie bereits erfolgreich getestet haben. Oder an ein sehr junges Forschungsgebiet, mit dem Sie sich schon intensiv beschäftigt haben.
Andererseits sollte Ihre Session auch nicht zu spezifisch sein. Verstehen das Anliegen nur ein paar wenige Expert:innen, schmälert das die Chancen beim Programmkomitee.
Der Titel der Session macht den Unterschied
Im Konferenzprogramm sehen die Teilnehmenden erst mal nur den Titel der Session zusammen mit der Uhrzeit auf.
Die ausführliche Session-Beschreibung folgt erst auf beim Klick auf den Titel. Überzeugt sie der Titel nicht, beschäftigen sich die Teilnehmenden nicht weiter damit.
Die Session fällt durchs Raster. Da kann die Beschreibung noch so gut sein: Bei eintönigen, uninspirierten Titeln erreicht kaum jemand die ersten Sätze. Deshalb: Machen Sie es ruhig ein bisschen spannend, übertreiben Sie aber nicht. Clickbait-Session-Titel bringen vielleicht kurzfristig Aufmerksamkeit.
Doch wer zu viel verspricht, enttäuscht oft im Anschluss.
Tricks für bessere Session-Titel
Beziehen Sie sich etwas detaillierter auf ein konkretes Fallbeispiel.
Fallstudie XYZ-Museum: Nachhaltiges Bauen in der Praxis: Das ist informativ, aber langweilig.
Wie nachhaltiges Bauen einmalige Kunstwerke im XYZ-Museum schützt: Viel lebendiger und macht neugierig. Jetzt geht es um Wirkung, nicht nur um Technik.
Zugegeben, das funktioniert leider nicht bei allen Themen gleich gut und nicht immer findet sich sofort ein passender Aufhänger, der den Titel lebendiger macht.
Bauen Sie eine Zahl ein.
Mit einem kleinen Trick klappt das aber selbst bei etwas theorielastigeren Sessions: Wo sich „Crossmodales Lernen bei Robotern“ noch ein wenig trocken anhört, wirkt eine vorangestellte Zahl manchmal Wunder: „Die fünf wichtigsten Konzepte für crossmodales Lernen bei Robotern“ lassen schon viel eher aufhorchen.
Formulieren Sie Ihre Konferenz-Session als Frage oder Widerspruch.
Oder greifen Sie ein Problem auf, das allen bekannt vorkommt, die sich mit dem Thema beschäftigen. Wichtig: Verzichten Sie auf Abkürzungen und Begriffe, die (noch) kein Standard sind. Wenn Sie nur Expert:innen in Ihrer Session haben möchten, ist das ok, Nicht-Koryphäen schreckt das eher ab.
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Schritt 3: Mit der Beschreibung für die Session überzeugen
Sobald die Titel-Hürde genommen ist, steht die nächste Herausforderung an: Die Leser:innen wollen nun überzeugt werden. „Warum an dieser Session teilnehmen?“
Machen Sie klar, worum es geht und warum das wichtig ist.
Liefern Sie Antworten und Argumente:
- Was erwartet die Teilnehmenden?
- Welche Fragen beantwortet die Session?
- Welches Problem löst sie?
- Was nehmen die Besucher:innen mit?
Kein Platz für Floskeln
Niemand möchte sich berieseln lassen oder Zeit in Füllprogramm investieren. Ihre Beschreibung muss deutlich machen, dass Ihre Session Substanz und sich den Platz im Konferenzprogramm verdient hat.
Ein Beispiel: „Cognitive Computing beschäftigt sich mit eigenständig arbeitenden und selbstlernenden IT-Systemen. Durch die Anwendung verschiedenster Verfahren maschinellen Lernens wird es möglich, dass diese große Datenmengen aus verschiedensten Quellen in kurzer Zeit verarbeiten. Die Session nähert sich theoretisch wie praktisch dem Thema Cognitive Computing und möchte Wege aufzeigen, wie solche Systeme zukunftsweisend eingesetzt werden können.“
Klingt seriös, aber langweilig. Und genau so stellt man sich jetzt die Session dazu vor.
Wenn Ihre Session mehr sein soll als das geringere Übel, helfen Sie der Beschreibung vorher lieber auf die Sprünge. Untergliedern Sie den Text in zwei Abschnitte: Problem und Lösung.
Abschnitt 1: Das Problem rausarbeiten
Im ersten Abschnitt werfen Sie eine Frage auf oder schildern eine Herausforderung. Entfernen Sie sich beim Schreiben vom Lehrbuch-Stil und Definitionen.
Abschnitt 2: Die Lösung anteasern
Was zeigt Ihre Session? Was ist das Ziel? Den letzten Teil der Session-Beschreibung nutzen Sie, um zu sagen, was Ihre Session verbessert bzw. welchen Weg sie einschlägt, um eine Lösung zu finden.
Denken Sie immer daran, dass schon beim Lesen der Beschreibung Erwartungen entstehen. Optimal sind solche, bei denen Text und spätere Erfahrung möglichst wenig voneinander abweichen. Während der Titel die Neugierde weckt, vertieft die Beschreibung das Thema und komplettiert, was die Überschrift begonnen hat.
Titel und Beschreibung bilden zusammen eine Einheit, weshalb Sie zum Ende hin noch einmal an die Frage oder das Problem aus dem Titel anknüpfen können.
Beispiel Cognitive Computing – eine überarbeitete Session-Beschreibung für das Konferenzprogramm könnte dann etwa so aussehen: „Große, ungeordnete Datenmengen innerhalb weniger Stunden automatisch und nur mit Hilfe von Cognitive Computing in eine sinnvolle Ordnung bringen? Klappt das nur im Film oder geht das wirklich? Das finden wir im Rahmen dieser Session gemeinsam heraus.“
Schritt 4: Weitere Infos zur Session
Für wen ist die Session gedacht?
Am Ende der Beschreibung bleibt noch die Frage: An wen richtet sich die Session? An Spezialist:innen? Oder sind auch Neugierige aus anderen Fachbereichen willkommen? Wie viel Vorwissen braucht es, um alles zu verstehen? Diese Informationen sind extrem wichtig, damit alle möglichst viel mitnehmen. Wenn Profis gelangweilt sind oder Anfänger:innen nichts verstehen, nimmt am Ende niemand was mit.
Müssen Teilnehmende etwas mitbringen?
Ist es in Ordnung, mit leeren Händen zu kommen oder müssen Teilnehmende etwas mitbringen? Eine Hacking-Session funktioniert ohne eigenen Rechner schlecht. Wenn ein Laptop, spezielle Apps oder ein Account erforderlich ist, schreiben Sie es dazu.
So vermeiden Sie Missverständnisse und die Session kann gut vorbereitet starten.
Wer spricht?
Manche Veranstaltende wünschen sich für die Session-Beschreibungen noch Kurzvorstellungen der Speaker:innen. Verkehrt ist es sicher nicht, zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Einen ausführlichen Lebenslauf braucht hier aber niemand.
Viel wichtiger ist doch: Was qualifiziert eine Person? Wieso kann sie zum Thema der Session etwas beitragen?
- Weil sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt?
- Weil sie dazu forscht, dazu publiziert hat?
- Weil sie einen ungewöhnlichen oder ganz neuen Ansatz entwickelt hat?
- Oder weil sie aus der Praxis berichten kann?
Diese Infos reichen völlig aus.
Eine gute Session-Beschreibung ist weit mehr als nur ein Pflichttext für das Konferenzprogramm. Sie entscheidet darüber, ob jemand sich für die Inhalte interessiert oder weiterscrollt. Wer mit Klarheit, Struktur und Begeisterung schreibt, sorgt nicht nur für volle Sitzreihen, sondern legt auch den Grundstein für einen gelungenen Auftritt.
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